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Digitales Röntgen in der Tierarztpraxis / Tierklinik -- Die verschiedenen Techniken

Spricht man von digitalem Röntgen, so konkurrieren grundsätzlich zwei verschiedene Techniken auf dem veterinärmedizinischen Markt. Welches System nun für die eigene Praxis das Beste ist, hängt entscheidend von den eigenen Tätigkeitsschwerpunkten und den damit verbunden Arbeitsabläufen ab.

Beide Systeme beinhalten grundsätzlich die Notwendigkeit, digital erzeugte Röntgenbilder aus Gründen der Aufbewahrungspflicht zu archivieren. Dies geschieht heute ausnahmslos mittels eines Archivservers und einer DICOM-Archivierungssoftware. Die Archivierungssoftware dient nicht nur dem schnellen Zugriff auf die Röntgenbilder, sondern beinhaltet auch verschiedene Befundungs- und Diagnosewerkzeuge, sowie Sicherungs, Druck- und Auslagerungsfunktionen. Die Archivierung auf CD-ROM oder DVD ist weder sicher noch praktikabel.

Um die hohe Qualität digital erzeugter Röntgenbilder darstellen zu können, ist es bei beiden Systemen erforderlich, für eine optimale Diagnostik mindestens einen medizinischen Befundungsmonitor im DICOM-Standard einzusetzen.

 

1. Direkte digitale Radiographie – DR-Systeme – Detektorsysteme

Beim Detektor (auch Panel genannt) werden Röntgenstrahlen direkt, in wenigen Sekunden, in digitale Bilder umgewandelt. Der Detektor wird an Stelle der herkömmlichen Röntgenkassette fest im Röntgentisch (Buckytisch) eingebaut und hat mittels eines Kabels Verbindung zu einem Steuerungscomputer mit einer Steuerungssoftware. Zur Zeit sind zwei für die Kleintierpraxis geeignete Systeme am Markt, der CANON Detektor und der VARIAN Detektor. Beide System beruhen auf der Technik des amorphen Siliziums. Der VARIAN Detektor hat zwei Vorteile: Er hat eine höhere Auflösung (7,1 Mio Pixel) und er ist erheblich preiswerter.

 

 

 

 

2. Speicherfoliensysteme – CR-Systeme – Readersysteme

Beim Speicherfoliensystem wird lediglich die herkömmliche Röntgenkassette gegen eine Kassette mit einer Speicherfolie ausgetauscht. Die so belichtete Kassette muss anschließend mittels eines Readers (Scanner) ausgelesen und digital umgewandelt werden. Beim offenen System muss die Folie der Kassette entnommen werden. Das geschlossene System (z.B. iCR3600SF) hat den Vorteil, dass die Folie nicht beschädigt werden kann, da die Kassette komplett in den Reader eingelegt wird. Die Dauer des Lesevorgangs ist abhängig vom Gerätetyp, der Kassettengröße und von der Auslesequalität. Das Auslesen einer Kassette dauert ca. eine Minute. Speicherfoliensysteme eignen sich besonders dort, wo mobil geröntgt werden muss und darüber hinaus auch dort, wo die Gefahr der Beschädigung eines Detektors durch z.B. austretende Pferde besteht.

Fazit:

In der Kleintierpraxis ist der Detektor die Technik der Zukunft, da neben Verbrauchmaterialersparnis praktisch keine Wartezeit zwischen Auslösen des Generators und dem fertigen Röntgenbild besteht.

In der Pferdepraxis ist nach wie vor das Speicherfoliensystem zu bevorzugen, da Kassetten leichter zu handhaben sind und die Gefahr der Zerstörung eines mobilen Detektors und der damit verbundene wirtschaftliche Schaden einfach zu hoch ist.